Dürre 2022 – Fotodokumentation

2022 war eines der trockensten Jahre in der Region in der ich lebe. In der Bremer Schweiz, einer hügeligen Geestlandschaft nördlich von Bremen hat es im August fast überhaupt nicht geregnet. Die zum Teil schweren Gewitter in Norddeutschland sind nördlich und südlich vorbeigezogen. 14 – 17 mm (je nach Quelle) Niederschlag wurden berechnet, im langjährigen Mittel sind es knapp 80 mm. Auch der Juli war schon zu trocken, mit nur etwa der Hälfte des üblichen Niederschlags. Die Trockenheit ist sehr ungewöhnlich, normal sind hier verregnete Sommer, in denen man die schönen Tage an zwei Händen abzählen kann. Die Folgen des Klimawandels sind hier inzwischen nicht mehr graue Theorie sondern für jeden unübersehbar. Ich möchte hier aber keine Debatte zum Klimawandel anstoßen, vielmehr möchte ich zeigen, was mit der Landschaft vor der eigenen Haustür passiert, eine Landschaft, wie ich seit mehreren Jahrzehnten kenne und die sich verändert hat.

Die Trockenheit hat in diesem Jahr deutliche Spuren in der Natur hinterlassen. Die Gräben zwischen den landwirtschaftlich genutzten Feldern sind vollständig ausgetrocknet und die Maisfelder sind verdorrt. Junge Bäume sind vertrocknet und man sieht den Pflanzen den Stress an, den die Trockenheit verursacht. Der Stress schwächt die Pflanzen und macht sie gleichzeitig auch anfälliger für Schädlinge.

Ich habe versucht diese extreme Dürre mit einigen Fotos zu dokumentieren. Um den dokumentarischen Charakter zu unterstreichen sind die Fotos unbearbeitet, bis auf den Zuschnitt, die Belichtung und ein paar entfernte Sensorflecken. Alle Fotos wurden am 3. September in der Bremer Schweiz aufgenommen.

Eichenblätter, die durch die Trockenheit 2022 geschädigt sind und vom Eichenmehltau befallen wurden
Die Eichenblätter sehen stark mitgenommen aus, die Trockenheit hat auch bei älteren Bäumen Spuren hinterlassen. Der gräuliche Belag ist der Eichenmehltau, ein Pilz, der die Eichenblätter befällt und die Trockenheit liebt. Der Mehltau ist für die Eiche in der Regel glücklicherweise gesundheitlich unproblematisch.
Buchenblätter die durch die Dürre einen vertrockneten Rand haben
Um die Buchen ist es nicht viel besser bestellt…
Trockenes Gras
In der Regenrinne ist schon lange kein Regenwasser mehr geflossen, auch die Wiese an einem Bauernhof ist komplett vertrocknet.
Besonders schlimm sind in der Region die Rosskastanien von der Dürre betroffen. Die Kastanien haben gleich doppelten Stress: Die Kastanienminiermotte hat viele Bäume befallen zwingt die Bäume, ihr Laub schon früher als gewohnt abzuwerfen. Damit kommt die Kastanie in normalen Jahren gut zurecht. Kommt dann aber noch die Trockenheit hinzu kommen ältere Bäume an ihre Belastungsgrenze.
Die Kastanienminiermotte hat den Rosskastanien zusätzlich zur Trockenheit 2022 stark geschädigt.
Verdorrte Blätter der Kastanien
Ein vertrocknetes Maisfeld, das aufgrund der Dürre 2022 keine Ernte mehr ermöglicht
Dramatisch teilweise die Maisfelder aus. Einige Maisfelder sind fast komplett vertrocknet, die Ernte fällt hier vermutlich aus. Das betrifft aber nicht alle Maisfelder, je nach Lage, wenn Felder beschattet sind und sich in etwas tieferen Lagen befinden sieht es nicht ganz so dramatisch aus wie auf dem Foto.

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